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Wanderung für die ganze Familie in der Nähe von Dortmund: Bergbauwanderweg Muttental – zwischen Zechen, Stollen und Natur

Wanderung für die ganze Familie in der nähe von Dortmund: Bergbauwanderweg Muttental - zwischen Zechen, Stollen und Natur.


Es gibt viele Möglichkeiten für Wanderungen in und um Dortmund. Hier möchte ich euch eine besondere Strecke vorstellen: den Bergbauwanderweg durch das Muttental in Witten. Er bietet eine perfekte Mischung aus Natur-Erlebnis, Entdeckungsreise und Ruhrgebietsgeschichte. Wir haben die Tour im Winter und ohne Kinder gemacht. Aber im Sommer werden wir sie uns mit der ganzen Familie vornehmen!


Dauer der Wanderung

Die Strecke ist nicht lang und kann auch an mehreren Stellen abgekürzt werden. Wir haben rund 3 Stunden gebraucht. Welche Wege wir genommen haben, seht ihr auf dieser Map:


Für wen ist die Wanderung durch den Bergbauwanderweg Muttertag geeignet?

Sämtliche Zusammenhänge werden wohl nur Erwachsene verstehen. Aber hier bekommen alle Besucher einen schönen Einblick in die (Ruhrgebiets-)Geschichte – das ist doch immer spannend. Und irgendwie sollte ja schon jedes Kind aus dem Pott wissen, wie das Leben eines Bergmanns aussah und wohin er gegangen ist, wenn er „unter Tage“ war. Kurz: Die Tour eignet sich für Groß und Klein, sofern zumindest ein bisschen Interesse an alten Zeiten vorhanden ist. 

Julius vom ‚Ruhrwohl‘ hat übrigens auch einen Blog Post über die Wanderung durch den Bergbauwnderweg Muttertag geschrieben. Hier findet ihr Julius Eindrücke von der Wanderung.

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Warum wir diese Route zum Wandern mit Kindern gut finden?

Es gibt ganz viel zu entdecken: an den Stationen viel Geschichte und längs des Weges viel Natur. Die alte Zechen und Stollen als Merkmale dieser Industrie-Region, das Schloss Steinhausen oben auf dem Berg, das Bethaus der Bergleute im Tal, die Burgruine Hardenstein, die Ruhr – all diese Orte versprühen ein ganz besonderes Flair.

Im schön bewaldeten Muttental gibt es zig Möglichkeiten, den besten Wanderstock zu finden, Tiere zu beobachten (wir haben unterwegs Schäfer gesehen) und zu klettern – über umgefallene Bäume genauso wie an der Ruine Hardenstein, in der sogar mal ein Zwergenkönig gewohnt haben soll.

Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, sodass keine Langeweile aufkommt. Zwischen den Stationen geht es mal etwas den Berg hoch und dann wieder runter. Und zwischendurch kommt auch das Element Wasser ins Spiel: Der Weg läuft am Muttenbach entlang, der dem Tal seinen Namen gegeben hat, und der Blick auf eine Ruhr-Schleife lässt sich perfekt mit einer Pause verbinden.

Im Sommer gibt es zudem die Chance, mit der Muttentalbahn zu fahren – einer echten Grubenbahn von früher. Und im Industriemuseum Zeche Nachtigall gibt es zahlreiche Angebote für Kinder zum mitmachen und selbst ausprobieren.

Für mehr Tipps für Freizeitaktivitäten mit Kindern in und um Dortmund schaut bei meinem Instagram oder hier vorbei.


Wanderung im Muttental mit Kultur verbinden:

Entlang der Strecke bieten sich mehrere Möglichkeiten, um in Geschichte und Kultur einzutauchen:

Im Hof von Schloss Steinhausen gibt es ganz besondere Tiere zu bestaunen – Giraffen, Löwen, Elefanten, Pferde, Vögel… Es ist aber kein Zoo, vielmehr handelt es sich um künstlerische Skulpturen aus Metall. Und von denen ist die ganze Umgebung bevölkert! Dieses alte Rittergut mit seinem Schlossgarten und der kleinen Kapelle ist total malerisch und romantisch, weshalb hier auch viele Hochzeiten gefeiert werden. 

Sehr empfehlen kann ich auch den Audio-Guide „Perspektivwechsel: Hier geben einzelne Personen aus der Pionierzeit des Bergbaus in kleinen Hörspielen Einblicke in ihr Leben – vom Sekretär des Zechenbesitzers über den Bergmann und seine Frau bis zum Kohleschlepper. Die sind zwar fiktiv, wurden aber in Zusammenarbeit mit Historikern ausgearbeitet und es hätte sie so tatsächlich geben können. In der Handy-App könnt ihr euch anhören, was diese Charaktere zu berichten haben. Da gibt es an den jeweiligen historischen Orten direkt Stoff fürs Kopfkino!

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Im Bethaus der Bergleute gibt es eine Schmiede, in der noch das Feuer geschürt wird: Hier wird den Besuchern gezeigt, wie damals Werkzeuge hergestellt und repariert wurden. In der Nähe ist auch das Zechenhaus Herberholz, das sich nicht nur für eine Rast bei Kaffee und Kuchen eignet – hier gibt es auch eine kleine Ausstellung mit Gegenständen und Abbildungen aus den frühen Tagen des Bergbaus. Wegen Corona hatten beide Häuser leider zu. Informiert euch also vorher am besten!

An der Verladeanlage Zeche Jupiter führen Gleise aus dem Stollen zu einem speziellen Gerät, an dem die Kohle aus den Loren auf Laster gekippt wurde. Schienen, Loren, Laster – das sind ja die Grundbestandteile zahlreicher Kinderspiele. An der Zeche Renate, einer Kleinzeche aus den 1950er-Jahren, gibt es einen nachgebauten hölzernen Förderturm und ein Maschinenhaus zu sehen. Und an den nahe gelegenen Göpelschächten kamen Tiere zum Einsatz, um die Behälter mit der Kohle aus der Tiefe nach oben zu ziehen. Dafür mussten sie den ganzen Tag im Kreis laufen, die Armen!

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Bergbauwanderweg Muttental – Burgruine Hardenstein an der Ruhr:

Spannend ist auch die Burgruine Hardenstein an der Ruhr.

Das Bauwerk geht auf das 14. Jahrhundert zurück und war ein Herrenhaus. Ab dem 18. Jahrhundert war das Gebäude verlassen und verfiel. Der Sage nach – die sogar bei den Gebrüdern Grimm vorkommt – lebte dort einst der Zwergenkönig Goldemar als Gast der Burgherren. Wegen einer Tarnkappe war er unsichtbar und konnte von niemandem je gesehen werden. Als ein Küchenjunge dem Zwerg durch einen Trick auf die Schliche kommen wollte, wurde dieser wahnsinnig wütend: Er tötete den Jungen, verarbeitete ihn zu leckeren Speisen und aß ihn auf. Anschließend verließ Goldemar die Burg und belegte die Familie von Hardenstein mit einem Fluch. Eine schaurig-schöne Geschichte, die ihr – angepasst an ihr Alter – euren Kindern an diesem Ort erzählen könnt. Hier gibt es sie in voller Länge.

Ordentlich Zeit solltet ihr für das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall einplanen. Dort gibt es ganz viel über die Geschichte des Bergbaus zu erfahren – immerhin wurde im Muttental als erstes im gesamten Ruhrgebiet professionell Kohle abgebaut. Es gibt mehrere Ausstellungen, Führungen durch ehemalige Bergleute und sogar einen Besucherstollen: Mit Helmen ausgerüstet könnt ihr hier selbst mal „unter Tage“ gehen.

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Unsere Tipps für eine angenehme Wanderung:

In der kühleren Jahreszeit empfehlen wir wasserdichte Klamotten und vor allem feste Schuhe. Da es sich um Waldwege handelt, kann es hier schon mal echt matschig und rutschig werden. Daher würden wir bei regnerischem Wetter auch eher auf Kinderwagen oder Bollerwagen verzichten.

Es gibt mehrere schöne Orte, um Pausen zu machen und sich zu stärken. Ihr könnt euch Essen und Trinken mitbringen – aber dann müsst ihr es natürlich schleppen. Zwischendurch bieten auch mehrere Orte die Chance einzukehren: Im Schloss Steinhausen gibt es ein Restaurant und an der Zeche Nachtigall ein Museumscafé. Auch das Zechenhaus Herbernholz und das Bethaus der Bergleute haben (sofern sie geöffnet haben) Snacks und Getränke im Angebot – hier gab es zuletzt Grünkohl und Glühwein zum mitnehmen. Achtet auf jeden Fall auf die Öffnungszeiten und die Corona-Bestimmungen!


Wanderung für die ganze Familie in der nähe von Dortmund: Bergbauwanderweg Muttental – Unser Fazit:

Uns hat die Wanderung sehr gut gefallen, auch im Winter. Sie ist nicht lang und das Muttental ist von Dortmund aus gut zu erreichen. Auch wenn es so so nah ist, fühlt es sich dort an, wie in einer anderen Welt – einer Welt von damals. Wir sind tatsächlich ein bisschen durch die Geschichte gelaufen. Und das hat nicht nur uns viel Spaß gemacht: Auch wenn es Winter war, waren ziemlich viele Menschen auf der Strecke unterwegs.

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